Sechs Tipps um Verpackungskosten zu optimieren

12.01.2021

Sie wollen in den Online-Handel einsteigen und die Versandkosten sollen möglichst gering gehalten werden? Oder Sie sind schon ein alter Hase und benötigen einige neue Denkanstöße um die Verpackungskosten zu reduzieren? Vielleicht treibt Sie auch die Frage um, wie man nachhaltiger verpacken kann? 

In diesem Blogbeitrag stellen wir 6 Tipps zur Senkung von Verpackungskosten vor:

Tipp 1: Prozesskosten im Blick behalten!

Wenn man die Gesamtkosten der Verpackung betrachtet, sind nur ca. 20 % Materialkosten, aber 80 % Prozesskosten. 

Prozesskosten sind Logistik- und Lagerkosten, Abpackkosten, Personalkosten, Bruchkosten und Verwaltungskosten.  

Deshalb erreichen Sie die höchste Kosteneinsparung, wenn Sie sich die Prozesskosten genau ansehen und diese reduzieren. 

Ansatzpunkte hierfür können sein:

  • Vermeidung von Retouren durch Transportschäden
  • Analyse der verpackungs- und versandrelevanten Abläufe
  • Handlings- und Personalkosten im Verpackungsbereich
  • Nachhaltigkeit von Verpackungen (siehe auch: Grüne Linie)
Diagramm Verpackungskosten

Tipp 2: Spezifikationen prüfen!

Sehr oft entsprechen die Spezifikationen nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Wir stellen oft fest, dass z.B. ein zweiwelliger Karton für den Transport von sehr leichten Packgütern eingesetzt wird. Man sollte sich deshalb unbedingt das Packgut, den Versandweg und den Transportdienstleister ansehen, um die einzelnen Verpackungen genau diesen Anforderungen anzupassen, d.h. Überspezifikationen gemeinsam identifizieren. 

Vielleicht sind ja sogar portooptimierte Verpackungen genau das Richtige. 

Tipp 3: Lassen Sie die Luft raus!

Wir achten darauf, den Volumennutzungsgrad zu optimieren. Natürlich müssen hochwertige, empfindliche Güter optimal verpackt werden. Wenn in der Verpackung unnötig viel Luft ist, entstehen höhere Materialkosten und insbesondere auch höhere Lager- und Logistikkosten.  

Zudem sorgt ein geringer Volumennutzungsgrad für mehr Verpackungsmüll, was eine geringere Nachhaltigkeit und Ressourcennutzung zur Folge hat. Dazu kommt noch, dass massenweise Luft durch die Welt verschickt wird.

Tipp 4: Verpackungsvielfalt reduzieren 

Oft wird eine Vielzahl von Verpackungsmitteln eingesetzt. Im Bereich Kartonagen wird eine riesige Anzahl von unterschiedlichen Größen verwendet. Man könnte sie ganz einfach reduzieren, indem Kartons mit Höhenrillern eingesetzt werden, damit man den gleichen Karton für unterschiedlich große Artikel einsetzen kann. 

Durch Höhenriller in Kartons entstehen keine Mehrkosten. Indem Sie die Anzahl der eingesetzten Kartons drastisch reduzieren, können die verbleibenden Kartons in höheren Stückzahlen eingekauft werden, was selbstverständlich die Einkaufspreise reduziert!

Eine zu große Vielfalt von Verpackungen führt außerdem zu höheren Lagerkosten. Außerdem sparen Sie Handlingskosten bei Ihren Verpackern, da sie nur eine geringe Zahl von Packmitteln vorhalten, wodurch sich die Zugriffszeiten reduzieren. 

Durch eine präzisere Auswahl der verwendeten Verpackungen kann man beispielsweise auch den Arbeitsaufwand und die Belastung der Belegschaft reduzieren, was wiederum indirekte Kosten wie Krankheitstage und Fluktuation verringern kann. 

Tipp 5: Ergonomie am Packplatz 

Vielfach wird auf völlig veralteten Tischen verpackt. Hier kann man sehr schnell Abhilfe schaffen und die Verpackungsleistung des Verpackers enorm steigern, indem man höhenverstellbare Packtische und Stehhilfen für den Packer zur Verfügung stellt. 

Jeder Verpacker ist unterschiedlich groß. Wenn der Packtisch der Größe des Packers genau angepasst ist, kann viel schneller verpackt werden. 

Durch die Investition in einen ergonomisch gestalteten Arbeitsplatz erhöhen Sie außerdem die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter. Im Schnitt sind die Mitarbeiter pro Jahr ungefähr 12 Tage krankheitsbedingt arbeitsunfähig. Wenn durch die ergonomisch sinnvolle Gestaltung des Arbeitsplatzes die Ausfallzeit um nur 3 Tage pro Jahr reduziert wird, ergibt sich eine jährliche Kostenersparnis von ca. 1.000,-- € pro Mitarbeiter. Hinzu kommen die Produktivitätssteigerungen, die ebenfalls sehr schnell 800,-- bis 1.000,-- € pro Mitarbeiter im Jahr ausmachen können. 

 

Ergonomie
Stärkenreduzierte Stretchfolie

Tipp 6: Optimierung der Ladungssicherung

Durch den Einsatz von hochwertiger Stretchwickelfolie reduziert man die Kosten pro gewickelter Palette und steigert die Qualität der Ladungssicherung. Außerdem reduziert sich dadurch der Folienverbrauch, denn hochwertige Stretchfolien sind viel dünner und trotzdem besser und reißfester. Damit wird gleichzeitig die Umwelt geschont, wenn wesentlich weniger Verpackungsmüll produziert wird.

Auch die Anschaffung einer neuen Stretchwickelmaschine macht oft Sinn. Neue Stretchwickelmaschinen kann man mit einer Folienvorreckung (Vordehnung) ausstatten, wodurch Sie Ihren Folienverbrauch reduzieren. 

Moderne Stretchwickelmaschinen dehnen die Folien 300 – 400 % vor. Durch den geringeren Folienverbrauch amortisiert sich die Anschaffung einer modernen Stretchwickelmaschine in kurzer Zeit. 

Wir hoffen, dass diese Tipps Ihnen einige neue Denkanstöße bieten. Gerne beraten wir Sie auch persönlich, damit Sie die Verpackungskosten optimieren können. Hier können Sie Kontakt aufnehmen.

 

Unsere Verpackungsexperten beraten Sie gerne!

Der Beitrag wurde von Jens Hadeler verfasst.